Zusammenarbeit mit Dritten
Der FISCHVERBAND engagiert sich auf allen Ebenen für die Interessen seiner Mitglieder. Hierbei pflegt der Verband die enge Zusammenarbeit und den fachlichen Austausch auch mit anderen Vereinen, Verbänden und Gremien. Diese Vernetzung stärkt die Durchschlagskraft des Verbands, vermeidet Doppelarbeit und sorgt dafür, dass branchenspezifische Anliegen auch in übergeordneten politischen Debatten berücksichtigt werden. Gleichzeitig fließen europäische und sektorübergreifende Entwicklungen frühzeitig zurück in die nationale Verbandsarbeit.Hier folgt eine Auswahl der wichtigsten Kooperationen:
FIZ
Das Fisch-Informationszentrum e.V. (FIZ) ist die zentrale Plattform für Öffentlichkeitsarbeit und Verbraucherkommunikation rund um Fisch und Meeresfrüchte in Deutschland. Hauptaufgabe des FIZ ist es, Wissen zu Ernährung, Nachhaltigkeit und Herkunft von Fisch zu vermitteln, das Image von Fisch als Lebensmittel zu stärken und als glaubwürdiger Ansprechpartner für Medien, Politik und Öffentlichkeit zu fungieren.
Die Zusammenarbeit mit dem Fisch-Informationszentrum (FIZ) war im vergangenen Jahr geprägt von einer engen inhaltlichen und strategischen Verzahnung in der Öffentlichkeitsarbeit und Interessenvertretung. Der FISCHVERBAND ist Gründungsmitglied des FIZ und betreibt dessen Geschäftsstelle. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der gemeinsamen Weiterentwicklung der Kommunikationsstrategie, der Stärkung der Medienpräsenz zu ernährungs- und nachhaltigkeitsbezogenen Themen, sowie der konzeptionellen Neuausrichtung des FIZ als zentrale Kompetenz- und Dialogplattform für Fisch in Deutschland.
BMV
Der Bundesmarktverband der Fischwirtschaft e. V. vertritt als Dachverband die gemeinsamen Interessen der deutschen Fischwirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Seine Hauptaufgabe liegt in der Koordination übergreifender Branchenpositionen, der politischen Interessenvertretung sowie der Förderung des Dialogs zwischen Fischerei, Verarbeitung, Handel und weiteren Stakeholdern.
Mit dem Bundesmarktverband der Fischwirtschaft (BMV) arbeitet der FISCHVERBAND insbesondere im Bereich der politischen und gesellschaftlichen Positionierung der Fischwirtschaft seit jeher eng zusammen. Der FISCHVERBAND ist Gründungsmitglied des BMV und betreibt dessen Geschäftsstelle. Inhaltliches Highlight im September 2025 war der gemeinsame Antrittsbesuch bei Bundesminister Alois Rainer, bei dem FISCHVERBAND und BMV gemeinsam erfolgreich auf politischen Handlungsbedarf im Zusammenhang mit der Fischereikontrollverordnung, der digitalen Rückverfolgbarkeit und der Umsetzung der Plattform CATCH hingewirkt haben.
Stiftung Seeklar
Die Stiftung Seeklar fördert Bildung, Wissenschaft und Forschung zur nachhaltigen Nutzung der Meeresökosysteme – insbesondere im Bereich Fischerei und Schutz mariner Lebensräume. Als gemeinnützige Stiftung geschieht dies durch finanzielle Zuwendungen zu Veranstaltungen, Forschungsförderung, Pflege wissenschaftlicher Sammlungen sowie Öffentlichkeitsarbeit.
Die Stiftung wurde 2004 aus dem Verein „Aktion seeklar“ gegründet, der seit 1988 den Schutz der Meere und den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit unterstützt hat. Ihre Arbeit legt Wert auf unabhängige Forschung, Bildungsinitiativen und Transparenz in der Fischwirtschaft. Sie fördert gezielt Nachwuchs, Infrastruktur und institutionelle Unterstützung im Bereich Meeresforschung. Die Finanzierung der Stiftung erfolgt ausschließlich aus Spenden. Der Stiftungsrat setzt sich zusammen aus Vertretern des engeren Vorstandes des FISCHVERBANDs.
Im Jahr 2025 unterstützte die Stiftung Seeklar drei Wissenschaftlerinnen und eine Forschungseinrichtung. Es wurden vier Anträge in Höhe von 39.237,78 € gefördert. So untersucht das Promotionsprojekt von Lydia Schmidt die Konnektivität, Populationsstruktur und genetische Anpassung von Schlangensternen (Ophiuroidea) im Nordatlantik zwischen Island und der Framstraße, um zu verstehen, wie arktische und subarktische Populationen miteinander verbunden sind und auf Umweltveränderungen reagieren. Durch die kombinierte Analyse aller Lebensstadien (Larven bis adulte Tiere) sowie morphologischer, genetischer und genomweiter Daten werden Quell- und Senkpopulationen identifiziert und Unterschiede im Genfluss zwischen regionalen und bipolaren Arten herausgearbeitet. Die Forschung liefert damit eine entscheidende wissenschaftliche Grundlage für Biodiversitätsschutz und Vorsorgekonzepte gegen Tiefseebergbau und entspricht dem Förderziel der Stiftung seeklar, nachhaltige Meeresforschung und den Schutz mariner Ökosysteme wissenschaftlich zu stärken.
BVE
Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V. ist der Spitzenverband der deutschen Ernährungsindustrie. Sie vertritt branchenübergreifend die wirtschaftlichen, politischen und regulatorischen Interessen der Lebensmittelhersteller und setzt sich für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, Innovationsfähigkeit und Versorgungssicherheit ein.
Im Dialog mit der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) brachte sich der FISCHVERBAND insbesondere in übergreifende ernährungs-, handels- und industriepolitische Fragestellungen ein. Inhaltliche Schwerpunkte der Zusammenarbeit lagen auf der Einordnung neuer regulatorischer Anforderungen, dem Bürokratieabbau, dem Außenhandel sowie der gemeinsamen Positionierung der Ernährungswirtschaft zu Fragen der Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit.
LMV
Der Lebensmittelverband Deutschland e. V. ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Seine Hauptaufgabe besteht in der Bündelung der Interessen von Herstellern, Handel und Handwerk sowie in der fachlichen Arbeit zu Lebensmittelsicherheit, -recht, Kennzeichnung und Verbraucherinformation.
Die Zusammenarbeit mit dem Lebensmittelverband (LMV) konzentrierte sich im vergangenen Jahr vor allem auf lebensmittelrechtliche und verbraucherrelevante Themen. Der FISCHVERBAND brachte dabei praxisnahe Expertise aus der Fischwirtschaft ein, insbesondere zu Kennzeichnungsfragen, Lebensmittelsicherheit und risikobasierter Regulierung. Im Jahr 2025 kooperierten der FISCHVERBAND und der LMV bei der Anfertigung einer wissenschaftlichen Studie zu Lagertemperaturen für Sushi, bei der Vorbereitung eines FEI-Forschungsantrages zur Neubildung von 3-MPCD in panierten Erzeugnissen und bei der Vorbereitung eines Gruppenantrages zur Eingruppierung von verzehrfertigen Lebensmitteln.
Seafood Europe
Seafood Europe ist der europäische Dachverband der Fischverarbeitungs- und Handelsunternehmen unter Leitung von Guus Pastoor (NL) und Yobana Bermudez (ES). Die heutige Organisation Seafood Europe geht auf zwei im Jahr 1959 gegründete europäische Interessenvertretungen zurück: die AIPCE (Association of the Industries of the Fish of the European Community, später EU Fish Processors and Traders Association) und die CEP (Confédération Européenne des Organisations Nationales d’Importateurs et Exportateurs de Produits de la Pêche / European Federation of National Organizations of Importers and Exporters of Fish). Beide Verbände wurden parallel gegründet, um den Interessen der Fischverarbeitungs- und Fischhandelsunternehmen im entstehenden europäischen Binnenmarkt eine koordinierte Stimme zu geben. In einem frühen Kooperationsabkommen schlossen sich AIPCE und CEP organisatorisch zusammen und traten fortan gemeinsam als
AIPCE-CEP auf. Im Jahr 2025 erfolgte dann die Fusion und Umfirmierung zu Seafood Europe – European Fish Processors and Traders Association.
Der Verband vertritt 14 nationale Vereinigungen aus 10 EU-Mitgliedstaaten sowie 2 Drittstaaten (Großbritannien, Norwegen) und repräsentiert mehr als 3.900 Unternehmen und 128.000 Beschäftigte (über 80 % Repräsentativität auf EU-Ebene). Der Wert, der von Seafood Europe vertretenen Branchenproduktion, beläuft sich auf etwa 34 Milliarden Euro, was rund dem Dreieinhalbfachen des Umsatzes des EU-Fangsektors entspricht.
Die Organisation vertritt die Interessen der europäischen Seafood-Wirtschaft gegenüber den EU-Institutionen, insbesondere zu Marktordnung, Handelspolitik, Nachhaltigkeit und regulatorischen Rahmenbedingungen. Auf europäischer Ebene hat der FISCHVERBAND 2025 die Zusammenarbeit mit Seafood Europe deutlich ausgebaut und die deutsche Perspektive gezielt in die Verbandspositionen eingespeist. Im Mittelpunkt standen konkrete Dossiers mit unmittelbarer Relevanz für Import und Verarbeitung – insbesondere die Umsetzung der EU-Fischereikontrollverordnung inklusive digitaler Nachweis- und Rückverfolgbarkeitsanforderungen (CATCH), Fragen der Importkontrollen sowie handelspolitische Rahmenbedingungen (u. a. Marktzugang und Zollinstrumente).
Die Abstimmung erfolgte in regelmäßigen Arbeitsformaten und diente dazu, Umsetzungsprobleme aus der Praxis frühzeitig zu bündeln, gegenüber EU-Institutionen konsistent zu adressieren und die Interessen der deutschen Fischwirtschaft in Brüssel sichtbar zu vertreten. Dr. Stefan Meyer führte 2025 den Vorsitz der Seafood-Europe-Arbeitsgruppe zu Umsetzungsfragen der Fischereikontrollverordnung fort. Mit dem Eintritt von Dr. Fabian Schäfer in den FISCHVERBAND verstärkte der Verband zudem seine Präsenz in der Arbeitsgruppe Trade (Handelsfragen) und brachte sich in die Arbeitsgruppe zur European Energy Transition Partnership ein.
MAC
Der Market Advisory Council (MAC) ist ein offizieller beratender Ausschuss der Europäischen Union. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten zu markt- und handelspolitischen Fragen im Bereich Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse fachlich zu beraten. Im MAC wirkte der FISCHVERBAND aktiv an der Erarbeitung von Empfehlungen an die EU-Kommission mit. Besondere Bedeutung hatte die Mitwirkung an Stellungnahmen zur wirtschaftlichen Lage der europäischen Fischverarbeitungsindustrie sowie zu legislativen Vorhaben mit Auswirkungen auf den Binnenmarkt für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse.
Seit dem 4. Februar 2026 leitet Dr. Stefan Meyer die Arbeitsgruppe für Marktfragen (WG2 EU Markets) des MAC. In dieser Funktion koordiniert er die fachliche Arbeit der Arbeitsgruppe und bringt die Perspektive der Fischverarbeitungs- und Handelsbranche in die Beratung der EU-Institutionen ein.
Die Arbeit der WG2 konzentriert sich auf markt- und handelspolitische Fragestellungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Fischerei- und Aquakulturerzeugnissen. Dazu zählen insbesondere die Analyse der Versorgungslage mit jährlichen Status- und Trendberichten, der Handel mit Drittstaaten einschließlich Fragen des Gemeinschaftszolltarifs, des Allgemeinen Präferenzsystems (GSP), von Freihandels- und Wirtschaftspartnerschaftsabkommen sowie des WTO-Rahmens.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Monitoring der EU-Importe und der Zollsituation, insbesondere im Hinblick auf Zollaussetzungen und Zollkontingente für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse. Darüber hinaus befasst sich die Arbeitsgruppe mit der Förderung sozialer und ökologischer Aspekte des internationalen Fischhandels, der Analyse von Konsumtrends sowie der Untersuchung von Preisentwicklungen „vom Meer bis auf den Teller“, also vom Fischer bis zum Verbraucher. Dabei werden unter anderem Daten aus EUMOFA zur Bewertung von Markteffizienz und Marktvielfalt in den Mitgliedstaaten herangezogen. Ergänzend analysiert die WG2 die Auswirkungen der IUU-Verordnung auf Marktstrukturen und Handelsströme. Mehr Informationen zur Arbeit der WG2 auf der Internetseite des MAC: https://marketac.eu/structure/
IPD
Der Import Promotion Desk (IPD) ist eine Initiative zur Förderung nachhaltiger Importe aus Entwicklungs- und Schwellenländern, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ziel des IPD ist es, europäische Importeure mit geeigneten Produzenten zu vernetzen und gleichzeitig nachhaltige Lieferketten sowie wirtschaftliche Entwicklung in den Herkunftsländern zu unterstützen.
Im Rahmen eines eigenen Vorhabens im Bereich nachhaltiger Fisch und nachhaltige Meeresfrüchte widmet sich der IPD gezielt dem Aufbau belastbarer, sozial und ökologisch verantwortungsvoller Lieferketten für Fischereierzeugnisse aus Drittstaaten.
Die Zusammenarbeit mit dem IPD diente im vergangenen Jahr insbesondere dem fachlichen Austausch zu verantwortungsvollen Importstrukturen und Marktanforderungen der europäischen Fischwirtschaft. Ein zentrales Element des Fischerei- Vorhabens waren Sourcing Missions nach Indonesien, Peru, Südafrika und Sri Lanka, bei denen Produzenten, Verarbeitungsbetriebe und staatliche Akteure vor Ort evaluiert und mit europäischen Importeuren zusammengebracht wurden. Ergänzt wurde dies durch die Präsenz des Vorhabens auf wichtigen Branchenplattformen, unter anderem bei Messeauftritten auf der Seafood Expo Global (SEG) in Barcelona sowie auf der Fish International in Bremen, die gezielt für Vernetzung, Matchmaking und fachlichen Austausch genutzt wurden.
Eine besondere Rolle spielt Dr. Stefan Meyer, der dem Beirat des IPD als Vertreter der deutschen Fischwirtschaft angehört. In dieser Funktion bringt er die Perspektiven der Fischverarbeitung und des Fischhandels kontinuierlich in die strategische Ausrichtung des Vorhabens ein. Der enge und regelmäßige Austausch zwischen IPD, Beirat, dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt sicher, dass wirtschaftliche Praxis, entwicklungspolitische Zielsetzungen und Nachhaltigkeitsanforderungen eng miteinander verzahnt werden. Die Zusammenarbeit ist dabei von regelmäßigen Sitzungen und einer kontinuierlichen fachlichen Abstimmung geprägt.
Fachbeirat Fischerei BLE
Der Fachbeirat „Fischerei und Fischwirtschaft“ bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist ein gesetzlich vorgesehenes Beratungsgremium nach § 7 des Gesetzes über die Errichtung einer Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE-Gesetz). Auf dieser Grundlage berät der Fachbeirat das zuständige Bundesministerium sowie die BLE zu fachlichen, marktbezogenen und regulatorischen Fragen der Fischerei und der Fischmärkte und dient der strukturierten Einbindung von Praxis- und Marktkenntnissen in politische und administrative Entscheidungsprozesse.
Neben dem Fachbeirat Fischerei und Fischwirtschaft betreut die BLE weitere Fachbeiräte für andere von ihr verantwortete Bereiche, unter anderem in den Feldern Landwirtschaft, Ernährung, Marktorganisation, ländliche Entwicklung und Wald, die jeweils vergleichbare beratende Funktionen für ihre Fachgebiete wahrnehmen.
Der Fachbeirat Fischerei wird in seiner Arbeit von der Präsidentin der BLE, Dr. Margareta Büning-Fesel, geleitet. Dem Präsidium des Gremiums gehört zudem Kai-Arne Schmidt, Präsident des Bundesmarktverbandes der deutschen Fischwirtschaft e. V. sowie stellvertretender Vorsitzender im FISCHVERBAND, an.
Der FISCHVERBAND entsendet mehrere Mitglieder seines Vorstands und Mitarbeiter der Geschäftsstelle in den Fachbeirat Fischerei. Diese werden auf Grundlage des BLE-Gesetzes in das Gremium berufen und sind verpflichtet, ihre fachliche Expertise in die Beratungsarbeit einzubringen. In dieser Funktion vertritt der FISCHVERBAND die Interessen der verarbeitenden und handelnden Fischwirtschaft und bringt insbesondere Kenntnisse zu Marktstrukturen, Wertschöpfungsketten, Importabhängigkeiten und praktischen Auswirkungen regulatorischer Vorgaben ein.
Inhaltlich dient der Fachbeirat der Aussprache zu sämtlichen regulativen Themen, die die BLE im Fischereibereich verantwortet, darunter Marktbeobachtung, Versorgungssicherheit, Umsetzung europäischer Vorgaben sowie nationale Verwaltungs- und Kontrollfragen. Darüber hinaus wird das Gremium regelmäßig für grundsätzliche Abstimmungen zwischen den Verbänden sowie für den fachlichen Austausch mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) genutzt. Die Sitzungen des Fachbeirats finden jährlich im Anschluss an die Mitgliederversammlung des Bundesmarktverbandes der deutschen Fischwirtschaft in Berlin statt und bieten damit einen etablierten institutionellen Rahmen für den Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Branche.
Fachausschuss 2 der DLMBK
Der Fachausschuss 2 „Fisch und Fischerzeugnisse“ der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK) befasst sich mit Erzeugnissen tierischen Ursprungs, insbesondere mit Fisch und Fischereierzeugnissen sowie Krebs- und Weichtieren. Seine zentrale Aufgabe ist die Erarbeitung, Konkretisierung und laufende Aktualisierung der Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches als Auslegungshilfe für Herstellung, Bezeichnung, Zusammensetzung und Beschaffenheit von Lebensmitteln. Die Leitsätze stellen keine Rechtsvorschriften dar, haben jedoch den Charakter qualifizierter antizipierter Sachverständigengutachten und dienen Lebensmittelwirtschaft, Überwachungsbehörden und Gerichten als maßgebliche Orientierung für die Verkehrsauffassung.
Die Arbeit erfolgt in einem paritätisch besetzten, unabhängigen Gremium aus Wissenschaft, Lebensmittelüberwachung, Verbraucherschaft und Lebensmittelwirtschaft nach dem Konsensprinzip.
Die Mitarbeit im Fachausschuss 2 ermöglicht es dem FISCHVERBAND, sich gezielt und fachlich fundiert in lebensmittelrechtliche Fragestellungen einzubringen. Dr. Stefan Meyer vertritt als Sachkundiger hier gemeinsam mit Andree Osterloh und Ulrich Nehring die Sichtweise der Wirtschaft.
Im Jahr 2025 hat die DLMBK Änderungen der Leitsätze für Fisch und Fischerzeugnisse beschlossen, die am 27. Oktober 2025 im Bundesanzeiger veröffentlicht wurden. Inhaltlich wurden insbesondere die Begriffsbestimmungen, etwa zu Frischfisch und Fischerzeugnissen, sowie die Vorgaben zu Herstellungsverfahren und Zutaten weiter präzisiert. Ziel der Anpassungen war es, die Verkehrsauffassung klarer abzubilden und eine einheitliche Auslegung für Wirtschaft und Lebensmittelüberwachung zu ermöglichen. Die Änderungen wirken sich unter anderem auf verarbeitete Produkte wie Backfisch, Matjeshappen und Fischfrikadellen aus, insbesondere im Hinblick auf Zusammensetzung, Fischanteile und Bezeichnung. Insgesamt tragen die überarbeiteten Leitsätze zu mehr Transparenz, Rechtssicherheit und Vergleichbarkeit am Markt bei.