FISCHVERBAND begrüßt Veröffentlichung des CATCH-Grundsatzpapiers des EU Cluster of Food Traceability and Trust

Hamburg, 20. Juli 2026

Grundatzpapier als PDF

Der Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels (FISCHVERBAND) begrüßt gemeinsam mit dem europäischen Dachverband Seafood Europe die Veröffentlichung des Grundsatzpapiers „CATCH in Practice: Bridging Regulatory Intent and Operational Reality under Regulation (EU) 2023/2842“

Der Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels (FISCHVERBAND) begrüßt gemeinsam mit dem europäischen Dachverband Seafood Europe die Veröffentlichung des Grundsatzpapiers „CATCH in Practice: Bridging Regulatory Intent and Operational Reality under Regulation (EU) 2023/2842“. Das Papier wurde von einer multidisziplinären Arbeitsgruppe des EU Cluster of Food Traceability and Trust unter Beteiligung von Industrie, Wissenschaft und europäischen Forschungsprojekten erarbeitet und analysiert die praktische Umsetzung des elektronischen Fangbescheinigungssystems CATCH.

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass die bestehenden Rechtsgrundlagen bereits ausreichend Spielraum bieten, um die Weiterentwicklung von CATCH voranzutreiben. Insbesondere die in der Verordnung (EU) 2023/2842 vorgesehenen Befugnisse zum Erlass von Durchführungs- und delegierten Rechtsakten sowie das bestehende Mandat nach Artikel 12c ermöglichen aus Sicht der Arbeitsgruppe die notwendigen Anpassungen. Weitere europäische Gesetzgebungsverfahren seien daher nicht erforderlich.

Der FISCHVERBAND unterstützt diese Einschätzung ausdrücklich. Aus seiner Sicht besteht kein praktisches Hindernis, CATCH nun an die Anforderungen der Praxis anzupassen. Das Whitepaper macht deutlich, dass viele der derzeitigen Schwierigkeiten vor allem technischer, organisatorischer und interoperabilitätsbezogener Natur sind. Zugleich greift es zahlreiche Erfahrungen europäischer Unter-nehmen auf, die über Seafood Europe und die beteiligten Verbände in die Arbeiten eingeflossen sind.

Die deutsche und europäische Fischwirtschaft unterstützt das Ziel von CATCH ausdrücklich: Die Digitalisierung von Fangbescheinigungen kann einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung illegaler, ungemeldeter und unregulierter Fischerei leisten sowie Transparenz und Nachvollziehbarkeit internationaler Lieferketten stärken. Gleichzeitig macht das Grundsatzpapier deutlich, dass der Erfolg des Systems entscheidend von seiner Praxistauglichkeit abhängt.

Aus Sicht des FISCHVERBANDS besteht weiterhin erheblicher Klärungsbedarf hinsichtlich der praktischen Ausgestaltung digitaler Rückverfolgbarkeit. Unternehmen benötigen Rechtssicherheit darüber, welche Formen des Datenaustauschs künftig den Anforderungen entsprechen und wie eine effiziente digitale Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Behörden und dem CATCH-System gewährleistet werden kann. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass die Qualität und Verfügbarkeit digitaler Informationen bereits am Ursprung der Lieferkette entscheidend sind. Fehlen strukturierte digitale Daten bei den Primärerzeugern oder in Drittstaaten, können nachgelagerte Marktteilnehmer die Anforderungen nur eingeschränkt erfüllen.

Der FISCHVERBAND begrüßt daher insbesondere den konstruktiven Ansatz des Whitepapers. Statt neue regulatorische Anforderungen zu fordern, konzentrieren sich die Empfehlungen auf die Verbesserung der Interoperabilität, die stärkere Einbindung von Drittstaaten, den Abbau technischer Hürden und die Schaffung effizienter Datenflüsse zwischen Unternehmen, Behörden und digitalen Kontrollsystemen.

„Die Branche braucht keine weiteren Meldepflichten, sondern funktionierende digitale Prozesse. Das Whitepaper zeigt praxisnah auf, wie der Kampf gegen illegale, ungemeldete und unregulierte Fischerei wirksam geführt werden kann, ohne den internationalen Handel unnötig zu belasten. Jetzt gilt es, die vorhandenen rechtlichen Möglichkeiten konsequent zu nutzen und die praktische Umsetzung gemeinsam mit Wirtschaft, Mitgliedstaaten und Drittstaaten weiterzuentwickeln“, erklärt Dr. Stefan Meyer, Geschäftsführer des FISCHVERBAND.

Der FISCHVERBAND wird sich auch weiterhin gemeinsam mit Seafood Europe und weiteren Partnern aktiv in den europäischen Dialog zur Weiterentwicklung von CATCH und zur Digitalisierung internationaler Lieferketten einbringen.

Der Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels e. V. vertritt die Interessen der Fischverarbeiter und des Fischgroßhandels in Deutschland gegenüber Politik, Verwaltung, Öffentlichkeit und Partnern entlang der Wertschöpfungskette. Der Verband engagiert sich für praktikable, rechtssichere Rahmenbedingungen und die Stärkung wettbewerbsfähiger Strukturen in der Branche. Der Bundesverband ist unter der Registernummer R007116 im Lobbyregister des Deutschen Bundestages eingetragen.

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